26.05.2006

Hilfe bei plantaren Warzen

Dornwarzen auf großem Zeh/Foto: Wikipedia
Fußsohlenwarzen (Verrucae plantares), auch Dornwarzen, Sohlenwarzen oder plantare Warzen genannt, bilden sich an den Zehenunterseiten und den Fußsohlen, wachsen dort dornartig in die Tiefe und sind oft von einer Schwiele bedeckt. Es sind gewöhnliche Warzen, die nicht auswachsen können, da sie durch das Körpergewicht in die Haut gedrückt werden. An dieser Stelle bildet sich ein harter, gelblicher Belag. Diese Warzen treten vor allem an den Druck- und Stützpunkten des Fußes auf und können durch den Druck, der beim Gehen entsteht, sehr schmerzhaft sein. Beim Auftreten können sie durch die Belastung des eigenen Körpergewichts bis an die sehr empfindliche Knochenhaut (Periost) stoßen und dadurch die Schmerzen auslösen. Plantare Warzen werden von den Humanen-Papilloma-Viren (HPV) per Schmierinfektion übertragen. Von dem Virus existieren mehr als 80 bekannte Vertreter. Typischerweise rufen die Warzen nur geringe bis keine Symptome hervor und können leicht übersehen werden. In seltenen Fällen breiten sie sich aber aus und können sich zu bösartigen Tumoren entwickeln. Der Virus ist ansteckend: Vom Zeitpunkt der Ansteckung bis zur Bildung der Warzen können Wochen bis Monate vergehen. Die Infektion mit diesen Warzen kann in jedem Alter erfolgen. Am häufigsten werden die Erreger durch Barfußgehen an Orten wie Sauna, Schwimmbäder, Turnhallen oder Umkleidekabinen übertragen.

Warzen können sich also auch nach einigen Monaten ohne jede Behandlung von selbst zurückbilden, wenn es der Immunabwehr des Körpers gelingt, die verursachenden Viren abzutöten. Die Warzen trocknen dann aus und die Hornbedeckung schleift sich ab. Nach Abheilung ist jedoch die Rezidivrate (Wiederkehrrate) von Warzen im Allgemeinen sehr hoch. Andererseits können sie aber auch von Anfang an jahrelang bestehen bleiben oder sich durch Selbstansteckung zusätzlich noch vermehren. In diesem Fall sind die Warzen dann meistens schwer zu behandeln.
1) Hausmittel: Bei manchen Warzen soll es helfen, wenn man die betreffende Stelle mit einer Scheibe von einer Knoblauchzehe (täglich wechseln) etwa eine Woche lang luftdicht verbindet. Die Behandlung mit Eigenurin führt angeblich bei manchen Menschen auch zum Erfolg. Im Sommer kann man die Warze auch mit dem Saft eines Löwenzahnstiels bestreichen.
2) In der Pflanzenheilkunde werden Warzen mit dem gelben Milchsaft des stark giftigen (!) Schöllkrauts behandelt. Auch die gleichzeitige, mehrwöchige Einnahme von Thuja und Abrotanum (Eberraute) kann helfen. Beide Mittel sind als Streukügelchen (Globuli) aus Apotheken zu beziehen.
3) Therapie in der klassischen Medizin: Zur Behandlung werden die Warzen mit Zytostatika oder Trichloressigsäure bestrichen. Außerdem können die Hautveränderung mittels Kryo-, Elektro- und Lasertherapie behandelt werden. Nur in wenigen Fällen ist es nötig, die Warzen chirurgisch abzutragen.

Gegen die Erreger der Warzen gibt es weder eine Impfung noch einen anderen allgemeinen Schutz, da sie überall und besonders häufig auf allen Böden oder in Handtüchern vorkommen. Allerdings lässt sich durch die Einhaltung von einfachsten hygienischen Regeln ein Ansteckungsrisiko vermindern. Insbesondere sollte ein Barfußlaufen in Schwimmbädern, Saunen oder Sporthallen vermieden werden. (Quellen: Gesundheitsportal/Hautstadt)