01.11.2008

Heilpflanze des Jahres 2009: Ringelblume

Foto : Ringelblume/Quelle: NHV
Die Ringelblume ist ein Allround-Talent und wurde deshalb „gekrönt“: Der NHV Theophrastus – ein gemeinnütziger Verein, dessen Hauptanliegen die Förderung traditioneller Naturheilkunde ist - hat durch eine Jury die Ringelblume zur Heilpflanze des Jahres 2009 gekürt. Aus neun von Therapeuten vorgeschlagenen Heilpflanzen ging sie als Siegerin hervor. Unterschiedlichste Gründe führten zu der einstimmigen Wahl: Zum einen sind ihre medizinischen Wirkungen gut erforscht und wissenschaftlich bestätigt. Zum anderen besticht diese Pflanze durch ihre sonnige Ausstrahlung und Lebenskraft. Wissenschaftlich belegt ist zum Beispiel die positive Wirkung der Ringelblume bei schlecht heilenden Wunden einschließlich Unterschenkelgeschwüren, bei Verbrennungen und Ekzemen. Nachgewiesen wurden ebenfalls blutfettsenkende, galleflussanregende und abwehrsteigernde sowie krebshemmende Eigenschaften.

Traditionell wird die Ringelblume neben den bekannten äußerlichen Anwendungen auch innerlich z.B. bei Magen-Darm-Störungen und Magengeschwüren, Gallebeschwerden, Leberschwäche und Menstruationsproblemen eingesetzt. Auf das Nervensystem wirkt die Ringelblume beruhigend. Sie ist allein durch ihre warme orange Farbe in der Lage stimmungsaufhellend auf den Betrachter zu wirken.
Über Jahrhunderte hinweg stand die Ringelblume bei Bauern auch als „Wetterprophet“ in hohem Ansehen, denn sie faltet ihre Blüten zusammen, wenn schlechtes Wetter mit Regen aufzieht. Bei vielen Völkern wird die Ringelblume als Symbol für die Unvergänglichkeit geschätzt, weil sie so langlebig ist und den ganzen Sommer über immer wieder blüht. Aus diesem Grund war sie eine beliebte Grabpflanze und trug auch den Namen „Totenblume“.

Für Heilzwecke werden die voll entfalteten Blüten gesammelt. Zur weiteren, häuslichen Verarbeitung verwendet man nur die abgezupften, orangefarbenen Blütenblätter. Ob man einen wässrigen Aufguss, eine Salbe oder eine Tinktur bereitet, hängt davon ab, welche Wirkung erzielt werden soll. Der wässrige Aufguss wirkt z.B. schmerzstillend, pilzabtötend, bakterien- und virenhemmend. Entzündungshemmende Stoffe werden durch einen Alkoholaufguss gelöst, welcher weiter verarbeitet werden kann. Und wer die heilende Wirkung auf die Haut nutzen möchte, der sollte ein Ringelblumenöl oder eine Salbe bevorzugen: Extrakte aus der Ringelblume sind Bestandteil zahlreicher Hautcremes. Das Öl der Samen ist reich an ungesättigten Fettsäuren. Bei Hautunreinheiten oder Sonnenbrand wirkt eine Ringelblumen-Tinktur entzündungshemmend und fördert das Wachstum neuer Haut. (Quelle: NHV Theophrastus)