10/08/2004

Heilmittelverordnung verabschiedet: Ab 1. Juli 2004 gelten neue Richtlinien für Ärzte, Heilpraktiker und Therapeuten

Der Gemeinsame Bundesausschuss der Ärzte und Kassen hat neue Heilmittel-Richtlinien beschlossen, die am 1. Juli 2004 in Kraft getreten sind. Die Patientenorganisationen, darunter der Sozialverband VdK, haben erfolgreich die Abschaffung der Langfristverordnung verhindert.

Im Regelfall beträgt die maximale Verordnungsmenge pro Verordnungsblatt ("Rezept") sechs Einheiten für die physikalische Therapie und zehn Einheiten für Maßnahmen der Ergotherapie sowie der Stimmen-, Sprech- und Sprachtherapie. Allerdings sind Ausnahmen (beispielsweise für Patienten nach einem Schlaganfall) möglich. Wenn eine längerfristige Verordnung erforderlich ist, kann der Arzt oder die Ärztin die Verordnungsmenge pro Rezept selbst bestimmen. In Zukunft muss eine längerfristige Verordnung allerdings von der Krankenkasse genehmigt werden.
Auf Druck der Patientenorganisationen, darunter der Sozialverband VdK, konnten die Heilmittelrichtlinien entschärft werden. Der ursprüngliche Entwurf sah erhebliche Verschlechterungen vor: So sollte beispielsweise die Langfristverordnung abgeschafft und Leistungen für Kinder, die Anspruch auf Frühförderung haben, gestrichen werden. Das Ministerium hatte dem Druck der Patientenorganisationen schließlich nachgegeben und den Gemeinsamen Bundesausschuss aufgefordert, die Heilmittelrichtlinie in fünf Punkten zu verändern. So wurde u.a. die längerfristige Verordnung ausdrücklich in die Richtlinie aufgenommen und sichergestellt, dass Kinder, die aus verschiedenen Gründen keine Frühförderung bekommen, weiterhin einen Anspruch auf Heilmittel haben.


Quelle: VdK