25.07.2007

Hautkrankheiten besser verstehen

Fotoquelle: JenaLab GmbH
Ein neuartiges System könnte künftig dynamische Prozesse in der Haut bis in tiefere Schichten hinein detailliert abbilden. Der geplante "5D-Intravitaltomograph" ist weltweit einzigartig und soll die Ursachen von Hautkrankheiten aufklären, eindeutigere Diagnosen ermöglichen und Behandlungen kontrollierend begleiten. Die 5D-Intravitaltomographie eröffnet eine Reihe spannender Anwendungsperspektiven in der Dermatologie, Kosmetik und Pharmakologie.

Die Hautklinik der Universität Münster will die neue Technologie bereits im Projektverlauf einsetzen, um die Ursachen der Neurodermitis besser zu erforschen und deren Diagnose und Therapie deutlich zu verbessern. Noch sind die komplexen Ursachen der Neurodermitis, von der in Deutschland mehr als 3 Millionen Menschen betroffen sind, weitgehend ungeklärt. Die 5D-Intravitaltomographie könnte dies bald ändern: Sie soll hauteigene Bestandteile binnen Sekunden mikrometergenau erfassen, ohne dass Kontrastmittel zugegeben oder Hautproben entnommen werden müssten. Das wäre nicht nur für Patienten angenehmer, sondern auch für die Wissenschaft von großem Vorteil. Erstmals könnten dynamische Vorgänge in der Haut, wie beispielsweise die Verteilung von Wirkstoffen, direkt im realen System mit großer Genauigkeit beobachtet werden. Hierzu muss man bisher auf Labormodelle ausweichen.

Die Beiersdorf AG, die die Intravitaltomographie mit entwickelt hat und seit Jahren erfolgreich nutzt, will das 5D-Verfahren verwenden, um grundlegende hautphysiologische Fragestellungen zu erforschen und die Erkenntnisse in die Produktentwicklung einfließen zu lassen. Die Hautklinik der Universität Jena will die Technologie zur Diagnose und Therapie von Hautkrebs einsetzen. Um das breit angelegte Vorhaben zu meistern, haben sich namhafte Anwender aus Klinik und Industrie mit Technologieführern aus den Optischen Technologien zusammengetan. Derartige Verbundprojekte fördert das BMBF seit dem Jahr 2002 im Forschungsschwerpunkt Biophotonik - im vorliegenden Fall mit rund 2,7 Millionen Euro. Die beteiligten Unternehmen investieren zusätzlich etwa 1,8 Millionen Euro in das vom Geschäftsführer der JenLab GmbH, Prof. Dr. Karsten König, koordinierte Projekt.