15.05.2011

Ludwig-Maximilians-Universität München: Abwehrprotein stoppt Entzündungsmechanismus

Hautforschung: neue Hilfe bei Psoriasis

Foto: Uni München
Silbrig schimmernde, stark schuppende Beläge auf der Haut, die jucken und spannen, kennzeichnen die Schuppenflechte (Psoriasis). Zwei Millionen Patienten leiden allein in Deutschland an dieser Erkrankung, die bei entsprechender genetischer Veranlagung durch eine überschießende Entzündungsreaktion auf Reizungen der Haut ausgelöst wird.

Einen völlig neuartigen Mechanismus, wie diese Entzündungen zustande kommen, klärten nun Forscher vom Klinikum der Universität München auf: Die Wissenschaftler entdeckten, dass körpereigene DNA in der Zellsubstanz einen Proteinkomplex aktiviert, der dann die weitere Entzündung vorantreibt. Dieser Mechanismus kann durch ein spezielles Abwehrprotein der Haut nun auch ausgeschaltet werden. Da Vitamin D die Produktion von dem Protein in der Haut steigert, könnte dies die positive Wirkung von Schuppenflechte-Therapien mit Vitamin D-ähnlichen Substanzen erklären.

Schuppenflechte ist eine chronische entzündliche Hauterkrankung, in deren Verlauf es zu einer Immunreaktion gegen Zellen der Oberhaut kommt, sogenannte Keratinozyten. In der Folge vermehren sich die Keratinozyten besonders stark, sodass sich die Haut verdickt und schuppt. Einmal ausgebrochen, kommt die Krankheit in Schüben immer wieder. Auslöser können Infektionen oder Medikamente, aber auch mechanische Reizungen der Haut sein. (Quelle: Ludwig-Maximilians-Universität München, www.med.uni-muenchen.de)