08.10.2007

Hautforschung: Infrarotstrahlen fördern Hautalterung

Grafikquelle: Hydrosun Medizintechnik GmbH
Infrarotstrahlung steht in dem Ruf, wärmend zu sein. Die wohlige Wärme, die Sonnenlicht auf unserer Haut verursacht, rührt in erster Linie von ihrem Infrarotanteil her. Forscher des Instituts für Umweltmedizinische Forschung (IUF) der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf haben jedoch herausgefunden, dass der kurzwelligere Anteil der Infrarotstrahlung, der IR-A-Bereich (760-1.400 nm), wie das UV-Licht die Hautalterung beschleunigen kann. Die Forscher schließen auch nicht aus, dass die UV-nahe Infrarotstrahlung (IR-A) ebenfalls zu Hautkrebs führen kann.

Ein zentraler Mechanismus der Hautalterung ist der vermehrte Abbau der für Hautfestigkeit und -elastizität zuständigen Bindegewebsfasern. In jugendlicher Haut gibt es ein Gleichgewicht zwischen dem Ab- und dem Neuaufbau dieser Fasern. In alternder Haut jedoch wird mehr abgebaut als neu gebildet. In der Folge wird die Haut schlaffer, und es bilden sich Falten. Externe Faktoren, wie das UV-Licht oder Umweltgifte, sind in der Lage, die Bildung und die Aktivität von Enzymen in der Haut zu fördern, die Kollagen und Elastin abbauen. Das war bereits seit langem bekannt. Die Düsseldorfer Wissenschaftler haben jetzt nachweisen können, dass auch IR-A-Strahlung den Abbau von Bindegewebsfasern fördert. Dabei spielt oxidativer Stress in den Zellkraftwerken, den Mitochondrien, eine entscheidende Rolle. Mit Hilfe von antioxidativ wirkenden Substanzen konnten die Forscher der Heinrich-Heine-Universität den oxidativen Stress durch IR-A-Licht in den Mitochondrien verhindern.

Diese Ergebnisse könnten die Basis bilden für den Sonnenschutz der Zukunft. Moderne Sonnenschutzmittel, so die Umweltmediziner, sollten neben UV-A- und UV-B-Filtern auch Schutz vor IR-A-Strahlung bieten. Mit einem Cocktail aus Antioxidantien in Sonnencremes kann ihrer Ansicht nach der vorzeitigen Hautalterung durch IR-A-Strahlung wirksam vorgebeugt werden. Erste Produkte auf der Basis dieser Ergebnisse sind bereits in Apotheken erhältlich. Sie enthalten Radikalfänger wie Traubenkernextrakt, Vitamin C und E sowie Coenzym Q10 (Ubiquinon). (Quelle: Hautstadt.de)