20.04.2005

Harnstoffpräparate nicht mehr rezeptfrei

Fotoquelle: Biovita
Präparate, die Harnstoff enthalten, helfen der Haut, die Feuchtigkeit besser zu halten und nicht so schnell auszutrocknen. Diese Erfahrung haben viele Patientinnen und Patienten in der Anwendung entsprechender Cremes und Salben gemacht. Doch seit Anfang 2004 müssen chronisch kranke Patienten, die z. B. an Psoriasis, Neurodermitis oder Ichthyose, der so genannten Fischschuppenkrankheit, leiden, die Kosten für harnstoffhaltige Präparate aus der eigenen Tasche bezahlen.

Die Vertreter von Ärzten und Krankenkassen nennen dafür folgende drei Gründe: Erstens handele es sich bei den rezeptfreien Harnstoff-Präparaten um Pflege- und nicht um Behandlungsmittel. Für diese gebe es auch in Drogerien freiverkäufliche Alternativen. Zweitens stuft der Ausschuss Psoriasis, Neurodermitis oder Ichthyose nicht als schwere Erkrankungen ein. Und drittens nennt der Bundesausschuss die Studienlage "äußerst dünn". Für die Beurteilung des letzten Punktes war eigens ein Gutachten in Auftrag gegeben worden.

Obwohl die Vertreter des Berufsverbandes der Deutschen Dermatologen und der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft sich sehr stark für die Verordnungsfähigkeit der medizinischen Harnstoffpräparate eingesetzt hatten, ist die Rezeptfreiheit für Harnstoffpräparate abgelehnt worden. Die Betroffenen müssen nun die zum Teil extremen finanziellen Belastungen weiterhin selbst tragen oder aber sich mit Qualitätseinbußen in der Therapie abfinden.
(Quellen: Hautstadt/Ärzte Zeitung)