25.02.2008

Haarausfall bei Männern: „Schuld-Gen“ entdeckt

“Denkerstirn”/Fotoquelle: pixelio
Haarausfall ist bei Männern weit verbreitet. Verantwortlich sind neben Umweltfaktoren die Gene. Eine Erbanlage wurde bereits identifiziert, die zum frühzeitigen Verlust des Haupthaares führt. Man weiß aber, dass noch weitere beteiligt sind. Welche das sind, versuchen momentan Wissenschaftler verschiedener deutscher Hochschulen unter Leitung der Universitäten Bonn und Düsseldorf herauszufinden.

Bei manchen Männern beginnt der schleichende Haarverlust schon im Teenager-Alter: Im gleichen Maße, in denen ihr Bart zu sprießen beginnt, wird ihr Haupthaar schütterer. Über kurz oder lang bleibt kaum ein Vertreter des starken Geschlechts von der "androgenetische Alopezie", abgekürzt AGA, verschont: Unter den 70-jährigen sind rund 80 Prozent betroffen. Dabei ist Haarausfall nicht nur ein kosmetisches Problem: "In der Literatur wird für Betroffene ein erhöhtes Risiko für Bluthochdruck, Herzinfarkt und Übergewicht diskutiert", betont Dr. Axel Hillmer vom Life&Brain-Zentrum an der Universität Bonn. Auch deshalb ist die Suche nach den genetischen Ursachen so wichtig: Die beteiligten Erbanlagen spielen möglicherweise ebenfalls eine wichtige Rolle bei der Entstehung gefährlicher Volkskrankheiten.

Den Kooperationspartnern aus Bonn und Düsseldorf ist nun ein wichtiger erster Fahndungserfolg gelungen: Sie haben die Position der möglichen Kandidaten-Gene gewissermaßen "eingekreist". Die Forscher konzentrieren sich dabei auf ihren "heißesten Kandidaten": Einen Abschnitt auf Chromosom 3, auf dem 34 Erbanlagen liegen. "Keines dieser Gene wird bislang mit der Biologie des Haares in Verbindung gebracht", sagt Dr. Roland Kruse von der Universitäts-Hautklinik Düsseldorf. "Von einem Gen weiß man aber immerhin, dass es bei Alterungsprozessen eine Rolle spielt. Ein zweites bewirkt möglicherweise ein erhöhtes Risiko für Übergewicht - ein Merkmal, unter dem Männer mit Haarausfall häufiger leiden als Menschen mit normalem Haarwuchs. Diese beiden Erbanlagen erscheinen uns für weitere Studien daher am aussichtsreichsten."

Für die nächsten Schritte suchen die Mediziner daher Männer unter 39 Jahre mit Haarausfall sowie Männer über 60 Jahre mit vollem Haar. Für die Teilnahme an der Studie sind lediglich eine Blutprobe und ein Foto vom behaarten Kopf erforderlich. Die Teilnehmer erhalten eine Aufwandsentschädigung. (Infos: Dr. Roland Kruse/Dr. Sandra Hanneken/Dr. Sibylle Eigelshoven, Universitäts-Hautklinik Düsseldorf, Tel.: 0211/8116360, E-Mail: Roland.Kruse@med.uni-duesseldorf.de.) Quelle: IDW