15.10.2009

Wala Heilmittel GmbH: Wickelmethode

Gut gewickelt ist halb geheilt

Foto: Wala Heilmittel GmbH
Wer kennt sie nicht aus seiner Kindheit: die kühlen Wadenwickel, mit denen unsere Mütter das Fieber erfolgreich, aber nicht immer angenehm senkten? Zwischenzeitlich etwas in Vergessenheit geraten, erleben Wickel nun eine Renaissance, denn bei richtiger Anwendung sind sie eine sanfte, aber wirkungsvolle Therapie für viele Beschwerden und vermitteln uns oftmals ein Gefühl von Geborgensein und Wohlempfinden. In der Anthroposophischen Medizin waren sie schon immer ein wichtiger Bestandteil. „Ein Wickel ist umhüllend“, so Gerda Zölle, bei der WALA Heilmittel GmbH verantwortlich für den Fachbereich Pflege. „Er wirkt nicht nur über die jeweils verwendete Substanz, sondern auch über die körperliche Zuwendung beim Wickeln selbst.“ Nicht umsonst beschäftigen anthroposophische Kliniken zusätzliches Pflegepersonal für die Durchführung von Wickeln und rhythmischen Einreibungen bei ihren Patienten. Diese Form von Berührung stellt auch eine menschliche Beziehung her, die für den Heilungsprozess des Patienten wichtig ist.

Je nach Belassungsdauer und der angewandten Technik wirken Wickel ganz unterschiedlich: Sie können Wärme entziehen, zuführen oder die Durchblutung steigern. Sie können rein mit Wasser oder zusätzlich mit pflanzlichen Substanzen zubereitet werden, die eine weitreichendere Wirkung haben, wie z.B. Lavendelöl oder Ingwer. Dabei wirken Wickel nicht nur rein äußerlich auf die Haut, sondern auch auf tiefer liegende Organe wie Leber oder Niere. Sie beeinflussen sowohl Stoffwechselprozesse als auch das Immunsystem oder die Psyche. Aber ebenso bei schweren Indikationen wie Herzinfarkt kann diese Brustauflage die klassisch schulmedizinische Behandlung unterstützen, indem sie beruhigt und das Herz stärkt. Ingwer-Nierenwickel wiederum, die die innere Wärmebildung anregen, setzen anthroposophische Ärzte ein, um gereizten, unruhigen und stark kopflastigen Patienten zu helfen, sich wieder stärker in ihrem Körper zu verankern.

Für einen Wickel braucht man folgende Utensilien: als Innentuch Baumwollwindeln, Stofftaschentücher oder Geschirrtücher aus natürlichen Materialien, als Außentuch und Abschluss ein Tuch aus reiner Schafwolle. Dazwischen dienen zur Befestigung Hemden, Tücher oder Schals aus Naturmaterialien. Als Öle eignen sich beispielsweise – je nach Beschwerde – das Wala-Eukalyptus oder das Wala-Lavendelöl. Für einen Wickel braucht man aber auch Ruhe: vor, während und nach der Anwendung. Wer sich über die verschiedenen Wickelmethoden weiter informieren möchte, findet in dem Fachbuch „Wickel und Auflagen“ von Annegret Sonn (Stuttgart: Thieme 2004, 24,95 €, ISBN: 978-3-1311-1912-4) wertvolle Infos und Anregungen.