29.11.2008

Glückseligkeit mit Glaubersalz

Foto: Buchinger Klinik-Park am Bodensee
Das Fasten –im Fastenmonat November wieder in aller Munde – erfreut sich immer mehr Anhänger, wenn es darum geht, sich unter ganzheitlichem Aspekt etwas Gutes zu tun. Richtiges Fasten hat übrigens nichts mit einer Diät gemeinsam, denn beim Fasten geht es nicht darum, dass die Waage einige Kilos weniger anzeigt, sondern dass das Wohlbefinden an Gewicht zunimmt.

Vor knapp einem Jahrhundert wurde die Idee des Heilfastens geboren. Der Arzt Dr. Otto Buchinger entdeckte im Jahre 1919, als er schwer an rheumatischem Fieber erkrankte, dass eine dreiwöchige Fastenzeit seine entzündeten Gelenke gänzlich heilen konnte: „Als ich am 19. Tag das Fasten beenden musste, war ich schwach, mager, aber – ich konnte alle Gelenke bewegen wie ein gesunder Rekrut. Diese Kur...rettete mir wahrhaftig Existenz und Leben“ (Otto Buchinger). Die Fastenmethode, die Buchinger daraufhin entwickelte und die bis heute mit seinem Namen verknüpft ist, nannte er „Heilfasten“ – ein Fastenkonzept, das Körper, Geist und Seele umfasst. So orientiert sich auch die heutige Buchinger Behandlungsmethode am ganzen Menschen – und verspricht, dass der Fastende nicht nur gesünder (und nebenbei auch schlanker), sondern vor allem glücklicher wird.

Während seiner Fastenzeit nahm Otto Buchinger neben den körperlich-therapeutischen Wirkungen auch die psychisch-seelische Dimension des Fastens wahr. Was beim Fasten Hungergefühle entwickelt, sei nämlich nicht der Körper, sondern der Geist: „Im Fasten geht es dem Körper gut, aber die Seele hungert“, bringt die Buchinger-Klinikchefin Dr. Francoise Wilhelmi de Toledo die Erkenntnis Buchingers – seine „Diätetik der Seele“ - auf den Punkt. Die Ärztin ist Vorsitzende der ÄGHE (Ärztegesellschaft Heilfasten und Ernährung) und leitet zusammen mit ihrem Mann Raimund Wilhelmi, ein Enkel Otto Buchingers, die idyllische Buchinger Klinik am Bodensee, die mit einem herkömmlichen Klinikambiente wenig zu tun hat. Gemeinsam sorgen sie dafür, dass es ihren Gästen an nichts mangelt. Deshalb ist man in der Klinik in Überlingen auch nur von schönen Dingen umgeben.