30.10.2007

Gesunder Winterteint: Vorsicht auf der Sonnenbank

Foto: pixelio
Mit Beginn der dunklen Jahreszeit läuft in den Solarien wieder die Hochsaison an. Vielen gefällt kein blasser Teint, sie möchten auch im Winter knackig braun aussehen. Doch die Gefahren auf den künstlichen Sonnenbänken werden gerade von jungen Leuten unterschätzt: «Wer vor dem 30. Lebensjahr in ein Solarium geht, erhöht sein Risiko, an Hautkrebs zu erkranken, um 75 Prozent«, warnt Rüdiger Greinert, Generalsekretär der Europäischen Gesellschaft zur Hautkrebsprävention (Euroskin). Bei hellen Hauttypen sei die Gefahr noch deutlich größer. Der Grund sind Sonnenbänke, die häufig ein Vielfaches mehr an schädlicher ultravioletter Strahlung abgeben als natürliches Tageslicht. »In deutschen Solarien stehen oft Bräuner mit einem UV-Index von 48 oder mehr. Das heißt, sie überschreiten die Intensität eines Sonnenbades am Äquator zur Mittagszeit um den Faktor vier bis fünf«, erläutert der Biophysiker. Laut einer EU-Richtlinie vom Juli 2007 dürfen solche Geräte Greinert zufolge hierzulande zwar nicht mehr neu aufgestellt werden. Es werde aber noch einige Jahre dauern, bis die Sonnenstudios ihre alten Bänke durch neue, strahlungsärmere Varianten mit UV-Index 12 ausgetauscht haben.

Und selbst unter diesen Bräunern setzt man seine Haut laut Euroskin großer Gefahr aus: »Bei einem natürlichen UV-Index von 12 empfiehlt die WHO, die Haut nicht der Sonneneinstrahlung auszusetzen, sondern sich vorsichtshalber im Haus aufzuhalten«, sagt der Experte. Wer das Risiko dennoch eingehen will, sollte Greinert zufolge nur in Sonnenstudios gehen, die ein Prüfsiegel nach den Kriterien des Bundesamtes für Strahlenschutz aufweisen. Dabei handelt es sich um eine freiwillige Zertifizierung, die im August eingeführt wurde: »Damit verpflichten sich die Sonnenstudios, wenigstens ein Mindestmaß an Schutzvorrichtungen zu treffen«, sagt Greinert. Dazu gehört die Bestimmung des Hauttyps des Kunden sowie die Aufstellung eines individuellen Bestrahlungsplans, der immer suberythemal - das heißt unter der Schwelle zum beginnenden Sonnenbrand - bleibt. Darüber hinaus werden die Solarien von geschultem Personal bedient, Münzeinwürfe sind in zertifizierten Solarien tabu: »Die Leute neigen sonst dazu, liegen zu bleiben und immer wieder Geld nachzuwerfen», erläutert Greinert. (Quelle: NetDoktor)