19.07.2010

Netdoktor: High Heels verkürzen Muskelfasern

Gesunde Füße in Stöckelschuhen?

Foto: ‚© Paul-Georg Meister / PIXELIO'
Sie sind schick, aber für die Fußgesundheit nicht ungefährlich: Stöckelschuhe. Frauen, die ständig auf hohen Hacken durch die Welt staksen, haben irgendwann verkürzte Muskelfasern in den Waden. Das ist das Ergebnis jüngster wissenschaftlicher Experimente. Ein Forscherteam war auf Berichte von Sekretärinnen aus den 50er Jahren gestoßen, die nach dem abendlichen Ablegen der High Heels Schmerzen in den Waden zu verspürten. Mit neuartiger Technologie gingen die Forscher diesem Thema auf den Grund und rekrutierten per Zeitungsannonce Teilnehmerinnen zwischen 20 und 70 Jahren, die seit mindestens zwei Jahren regelmäßig Absätze von fünf Zentimetern und mehr trugen. Für das Experiment wählten Narici und Csapo jene Frauen aus, die von ähnlichen Beschwerden berichteten wie ihre Geschlechtsgenossinnen vor 50 Jahren. Als Vergleichsgruppe dienten Frauen, die angeben, vorwiegend flache Schuhe zu tragen.

Das Ergebnis: Die Wadenmuskeln waren in beiden Frauengruppen zwar gleich lang. Per MRI konnten die Forscher aber nachweisen, dass die Muskelfasern in den Wadenmuskeln bei den High-Heel-Trägerinnen im Schnitt um 13 Prozent kürzer waren als bei den Flachschuhprobandinnen. Derart verkürzte Muskelfasern würden normalerweise zu weniger Effektivität beim Ausschreiten führen. Doch die Forscher konnten feststellen, dass der Körper sich darauf bereits eingestellt hatte: Die Stöckelschuhdamen verfügten zum Ausgleich über kräftigere Achillessehnen.

Genau die aber machen sich unangenehm mit Ziehen und Kribbeln bemerkbar, sobald die Damen die hohen Hacken ablegten - die Achillessehne war zu fest und steif, um sich problemlos zu dehnen. Die Wissenschaftler empfehlen Frauen, die auf hohe Hacken nicht verzichten möchten, Dehnübungen für die Sehne. Andere Probleme, die mit den hohen Absätzen einhergehen, dürften sich so aber kaum vermeiden lassen. Dazu gehören schmerzhaft deformierte Füße, Krampfadern und Rückenschmerzen. (Quelle: Netdoktor.de)