19.11.2010

Uni Dresden sagt "Nein" zu großen Amputationen

Forschung: der diabetische Fuß

Fotoquelle: www.diabetes-news.de
Dresdner Wissenschaftler haben erforscht, dass große Fuß- und Bein-Amputationen zukünftig reduziert und Überlebens-Chance und Lebensqualität von Betroffenen verbessert werden können, wenn die Patienten sich einer strukturierten Betreuung unterziehen. Diese umfasst nach der stationären Behandlung spezielle Kontrolluntersuchungen. Dabei arbeiten Mediziner, Physiotherapeuten, Podologen und Schuhmacher Hand in Hand.

Ursache der meisten Amputationen ist der sogenannte Diabetische Fuß. Bei Menschen mit Diabetes werden 20 Mal mehr Beine amputiert, als bei nicht von Diabetes betroffenen Patienten. Die Gründe für den Diabetischen Fuß sind unterschiedlich. Ein zu hoher Blutzuckerspiegel führt langfristig zu einer Mangelversorgung und damit zu einer Schädigung der peripheren Nerven. Das Schmerzempfinden des Patienten vermindert sich. Er merkt nicht, wenn ihn – im wahrsten Sinne – der Schuh drückt. Kleinere oder größere Verletzungen werden nicht rechtzeitig wahrgenommen oder nicht beachtet. Ein zu hoher Blutzuckerspiegel schädigt außerdem die Gefäße. Arterielle Durchblutungsstörungen – vor allem in den Füßen – sind die Folge. Es kommt zu einem Absterben von Teilen des Fußes. Häufig reagieren die Betroffenen zu spät auf Veränderungen am Fuß. Oftmals ist auch die medizinische Behandlung nicht optimal. In vielen Fällen bleibt am Schluss nur die Amputation des gesamten Fußes, manchmal sogar bis zum Oberschenkel.

Wie große Amputationen zukünftig reduziert werden, wurde jüngst im Dresdner Uniklinikum wissenschaftlich untermauert. 172 Patienten mit Fußulzerationen wurden zwölf Monate nach Krankenhausentlassung nachuntersucht. 75 Prozent der Patienten hatten überlebt, ohne eine Beinamputation zu erleiden. Der Behandlungserfolg war signifikant besser, wenn die Patienten so lange im Krankenhaus geblieben waren, bis die Fußwunden ganz abgeheilt waren. Außerdem war der Erfolg zehnmal besser, wenn die Patienten nach dem Krankenhausaufenthalt in die "Ambulanz Diabetischer Fuß" eingebunden worden waren. Voraussetzung dafür sind spezialisierte Teams aus Ärzten, Schwestern, Physiotherapeuten, Podologen und Schuhmachern. (Quelle: www.mk3.uniklinikum-dresden.de)