28.11.2011

DWV über Rahmenbedingungen zur Massageausbildung

Fachpraktiker Massage, Wellness und Prävention

Foto: DWV
Der wachsende Markt der Gesundheitsberufe trägt immer neue Blüten. Inzwischen werden selbst Masseure in Fernlerngängen für gesundheitliche Dienste qualifiziert. Die Berufsbezeichnungen „Masseur und medizinischer Bademeister“ sowie „Physiotherapeut“ sind durch das Gesetz über die Berufe in der Physiotherapie (Masseur- und Physiotherapiegesetz MphG) geschützt. Wer eine dieser Berufsbezeichnungen führen will, bedarf der staatlichen Erlaubnis.

Die gesetzlich vorgeschriebene Ausbildung ist jeweils sehr komplex und legt beispielsweise beim Beruf des Masseurs bei einem Gesamtumfang von über 3.000 Unterrichtsstunden besondere Bedeutung auf die praktische Tätigkeit und Übung, was mehr als die Hälfte der Ausbildungszeit beansprucht. Nach bestandener Examensprüfung schließt sich gesetzlich verpflichtend eine weitere sechsmonatige Praxisphase in einer legitimierten Einrichtung unter Aufsicht eines Masseurs und medizinischen Bademeisters oder Physiotherapeuten an.

Demgegenüber bietet eine Fernschule in Deutschland nun eine Ausbildung zum „(geprüften) Fachpraktiker für Massage, Wellness und Prävention“ an. Der Fernlehrgang umfasst 560 Stunden Eigenstudium zuhause mit 12 Lehrheften, 2 Glossaren und 9 CDs, dazu maximal 6 Tage Praxisunterricht und schließt mit einem Zertifikat ab. Es wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass für eine Anmeldung zu diesem Lehrgang keine Vorkenntnisse erforderlich seien. Ein „Fachpraktiker für Massage“ oder etwas Vergleichbares kann mit dem Beruf des Masseurs jedoch nicht qualitativ konkurrieren. Andererseits suggeriert die Berufsbezeichnung insbesondere Nicht-Fachkundigen, er könne all das leisten, was von einem staatlich geprüften Masseur erwartet wird. Dies aber ist ein gefährlicher Irrtum.

Auch wenn den Lehrgangsteilnehmern nicht mehr versprochen wird, als im Curriculum beschrieben ist: Den zukünftig behandelten Personen erschließt sich diese wichtige Abgrenzung gegenüber der staatlich geregelten Ausbildung von Masseuren und Physiotherapeuten sehr wahrscheinlich nicht, da sie als fachliche Laien hinter den ähnlich klingenden Berufsbezeichnungen nicht so gravierende Unterschiede in der Ausbildung erkennen können. Man wird in diesem Zusammenhang zwar nicht unbedingt von einem „Etikettenschwindel“ sprechen dürfen, allerdings sind die Berufsverbände der Masseure und Physiotherapeuten nicht nur zum Schutze ihrer Mitglieder aufgerufen, Maßnahmen zur Klarstellung und unmissverständlichen Abgrenzung zu ergreifen. (Quelle: Deutscher Wellness Verband e.V., www.wellnessverband.de)