23.06.2006

Face the sun: Aufklärungskampagne gegen Hautkrebs

Face-the-sun-Modelkandidatin/Foto: Face the sun
Die Deutsche Krebshilfe hat unter dem Titel "Face the sun" eine bundesweite Aufklärungskampagne gegen Hautkrebs für junge Menschen gestartet. Gemeinsam mit der Arbeitsgemeinschaft Dermatologische Prävention (ADP) sollen in diesem Sommer vor allem 17- bis 25-Jährige über das Risiko Hautkrebs aufgeklärt werden. Im Rahmen der Kampagne wird über das alarmierende Hautkrebsrisiko junger Erwachsener und einfache Verhaltensregeln zur Vorbeugung informiert. Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) und die AOK begrüßten die Aktion.

Ein vorsorgender Hautkrebs-Ganzkörpercheck durch einen Arzt ist für den Verbraucher indes nach wie vor kostenpflichtig. Hautkrebs ist den Angaben zufolge weltweit die häufigste Krebsart. Jeder fünfte Mann und jede zehnte Frau zwischen 20 bis 40 habe allein in Deutschland ein erhöhtes Risiko für den gefährlicheren schwarzen Hautkrebs (Malignes Melanom), sagte ADP-Vize Eckhard Breitbart zum Auftakt der Aktion in Berlin. Dieses Risiko sei so hoch wie in keiner Generation zuvor. Ein erheblicher Anstieg der Neuerkrankungen in den nächsten Jahrzehnten könnte die Folge sein. Dabei sei Hautkrebs, frühzeitig entdeckt, zu 100 Prozent heilbar. Jährlich erkrankten rund 130.000 bis 140.000 Menschen an hellem oder schwarzem Hautkrebs, darunter etwa 22.000 an der Variante Malignes Melanom. Das Risikopotenzial für ein Malignes Melanom werde bereits früh entwickelt. Deshalb sollten vor allem Kleinkinder vor Sonnenbränden geschützt werden.

BfS-Sprecher Dirk Daiber sagte, "zum Schutz unserer Gesundheit müssen wir von der Formel 'Braune Haut ist schön' Abschied nehmen." Auch die vielzähligen Solarienbesuche gerade junger Menschen seien angesichts der steigenden Hautkrebszahlen mit großer Sorge zu sehen. Breitbart begrüßte Pläne der EU-Kommission, nach denen ab 2007 die Hersteller von Sonnencremes alle Verpackungen EU-weit einheitlich kennzeichnen sollen. Derzeit wird lediglich der Lichtschutzfaktor angegeben, der ausschließlich die Sonnenbrand verursachende UV-B-Strahlung betrifft. Außer Acht gelassen werden jedoch die für erhöhtes Hautkrebsrisiko ausschlaggebenden UV-A-Strahlen. Zudem sollen in die Irre führende Begriffe wie "Sunblocker" oder "völliger Schutz" von den Verpackungen verschwinden, da es einen 100-prozentigen Schutz vor UV-Strahlung nicht gebe. Die Kampagne "Face the sun" wirbt neben Informationen im Internet auch auf Festivals sowie in Fahrschulen, Diskotheken und Bars. Bei einem Modelwettbewerb wird den Angaben zufolge der "hellste Kopf", also das schönste blasse Gesicht, gesucht. (Quellen: Face the sun/Der Fuß online(ZFD)