27.08.2003

Erlass des Ministeriums für Frauen, Jugend, Familie und Gesundheit des Landes NRW

Das Ministerium für Frauen, Jugend, Familie und Gesundheit des Landes NRW hat mit Erlass vom 14.05.2003 allen Nicht-Podologen die Werbung und Tätigkeit in der medizinischen Fußpflege untersagt.

In einer Zeit, in der die Arbeitslosigkeit ein so großes Thema ist, wird einem gesamten Berufsstand die Existenz unmöglich gemacht. Wir können es nicht nachvollziehen, dass ein Ministerium bei weit über 4 Millionen Arbeitslosen nun einfach rund 7000 betroffene Fußpfleger in NRW durch ein Tätigkeitsverbot in die Arbeitslosigkeit treibt.

Bereits zum jetzigen Zeitpunkt ist Kolleginnen und Kollegen in öffentlichen Einrichtungen (Krankenhäusern, Seniorenheimen) die Tätigkeit untersagt worden. Kollegen, die jahrelang eine qualifizierte Aus- und Weiterbildung nachweisen können. Ganz abgesehen von einem Deckungsausschluss einer abgeschlossenen Haftpflichtversicherung für etwaige Behandlungsfehler. Nicht jedem ist bis heute die Möglichkeit der Nachprüfung gegeben worden. Das Gesetz sieht eine Übergangsregelung von 5 Jahren vor, das Landesministerium verbietet aber von heute auf morgen die Tätigkeit.

Warum gibt es dann dieses Übergangsregelung?

Für ein Berufbild „Kosmetische Fußpflege“ fehlt jede praktische Nachfrage, zumal nicht einmal ein Berufsbild des „Kosmetischen Fußpflegers“ existiert und von daher zunächst erst einmal festgeschrieben werden müsste. Wo fängt med. Fußpflege an und wo endet die kosmetische Fußpflege?

Sicher benötigen wir ein professionelles Gesundheitswesen, dieses hat der ZFD seit Jahren mit dem Podologengesetz gefordert! Das bedeutet nicht, dass wir Fußpfleger und Podologen auf eine Stufe stellen möchten – aber ein gutes Miteinander, Nebeneinander und Ergänzen ist der Weg der Zukunft. Warum sollte eine Zusammenarbeit zwischen Podologen und Fußpflegern nicht ebenso funktionieren wie mit Ärzten, Dermatologen, Orthopädieschuhmachern und auch Physiotherapeuten.

Zum jetzigen Zeitpunkt haben wir in NRW ca. 150 Podologen und ca. 7000 Fußpfleger.
Die Patientenversorgung kann durch einen derartigen Erlass überhaupt nicht mehr gewährleistet werden.