22/12/2004

Einsatz von Orthesen in der Podologie: Kraft & Entlasung

Fotoquelle: www.suedekum.com
Orthesen bringen von außen eine Kraft auf den Körper zur Stabilisierung, Ruhigstellung, Entlastung oder Korrektur. Die herkömmliche Bezeichnung "Stützapparat" oder "Schiene" trifft nur für einen Teil der Konstruktion zu und wird häufig für die Orthesen verwendet, die vom Orthopädie-Techniker meist individuell gefertigt werden. Für den temporären Einsatz nach Operationen oder Verletzungen werden häufig serienmäßige Orthesenkonstruktionen verwendet.

In der podologischen Praxis werden Orthesen oft als Entlastungshilfen für den Fuß eingesetzt. Schon vor über hundert Jahren wurden einfache Polster als Orthesen eingesetzt, um Fußprobleme zu lindern. Noch heute kommen die Filzringe in der Fußpflegepraxis regelmäßig zum Einsatz. Die Produkte zur Druckentlastung haben sich enorm weiterentwickelt, so lassen sich neben Filz auch Materialien wie Baumwolle, Polyester, Schaumgummi, Silikone oder Hydrogele einsetzten. Häufige Anwendungsgebiete sind Zwischenzehenorthesen (Silikon) bei Hühneraugen als Druckschutz, Filzringe bei verschwielten Narben als Reibungsschutz oder die Hallux-valgus-Orthese (siehe Foto) als Lagekorrektur.

Zu der Produktgruppe "Orthesen" gehören laut IKK-Bundesverband auch die Zehennagelspangen (Orthonyxie-Nagelkorrekturspangen). Die Zehennagelspangenversorgung kann von Ärzten und Podologen, die mit den Kassen Verträge abgeschlossen haben, durchgeführt werden. Auch Orthopädieschuhmachermeister dürfen aufgrund ihrer Ausbildung Zehennagelspangen anlegen.



Foto: Hallux-valgus Orthese