28.05.2005

Einigung im Streit zwischen Apothekern und Kassen: Verzicht auf Millionenforderungen durch Paketlösung

Fotoquelle : www.gesundheit.de
Die Apotheken verzichten im Streit mit den Krankenkassen auf ihre Nachforderungen in dreistelliger Millionenhöhe. Sie erhalten dafür jedoch einen geringeren Betrag und langfristige Klarheit für ihre Vergütung. Diese Einigung erzielten beide Seiten mithilfe von Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD). Demnach gibt es für die Apotheken keine Ausgleichszahlung für ihre Umsatzrückgänge bei den rezeptpflichtigen Medikamenten. Die Apotheker sollen aber im zweiten Halbjahr 2005 immerhin rund 37 Millionen Euro erhalten. Zudem wurde eine Regelung für die Jahre bis Ende 2008 und danach gefunden.

Die Apotheker hatten rund 390 Millionen Euro gefordert, da sie 2004 weniger verschreibungspflichtige Arzneien abgegeben hatten. Dieser Ausgleich ist in dem Gesetz zur Gesundheitsreform festgeschrieben, wenn die Zahl der rezeptpflichtigen Medikamente im Jahr 2004 vom Stand des Jahres 2002 abweicht. Der Passus war auf Wunsch der Krankenkassen in das Gesetz aufgenommen worden. Sie fürchteten, dass die Reform Anreize für die Apotheker schafft, vor allem kleine Packungen abzugeben und damit überproportional zu verdienen. Tatsächlich war aber das Gegenteil der Fall. Mit der Reform war die Vergütung umgestellt worden: Für jedes verschreibungspflichtige Medikament erhalten die Apotheken von den Kassen pauschal 8,10 Euro - davon gehen zwei Euro Rabatt an die Krankenkassen.

Laut Ulla Schmidt geht die Bundesregierung nun davon aus, dass die Kassen die zusätzlichen 37 Millionen Euro durch Einsparungen etwa in ihrer Verwaltung erwirtschaften und es nicht zur Belastung der Versicherten kommt.
(Quelle: © AFP Agence-France-Presse GmbH/Gesundheit.de)