Die Kraft der Worte

Prof. Dr. M. Schedlowski: „Die Seele spricht, der Körper folgt“

Foto: Prof. Dr. Manfred Schedlowsi/Quelle: UK-Essen

Prof. Dr. Manfred Schedlowsi/Fotoquelle: UK-Essen

29/03/2016

Vortrag auf der BEAUTY 2016 im Trend Forum über Psychosomatik

Der Mensch ist eine Einheit. Wenn Körper, Geist und Seele in Balance sind, ist er gesund. Doch wenn die Seele leidet, spürt das der Körper – und umgekehrt. In diesem Bereich der Psychosomatik arbeitet und forscht der Medizinpsychologe und Verhaltensimmunologe Professor Schedlowski an der Universität Essen. In seinem Vortrag „Psychosomatik – die Seele spricht, der Körper folgt“ berichtete er dem aufmerksamen Publikum im Trend Forum auf der BEAUTY Düsseldorf 2016 über die Zusammenhänge zwischen Körper und Seele – am Beispiel von Hautkrankheiten:

Unterschiedliche Erklärungsansätze zu Entstehung und Verlauf von Erkrankungen weisen schon lange auf Zusammenhänge zwischen Psyche und Körper hin. Insbesondere neuere Erkenntnisse aus den Verhaltens- und Neurowissenschaften sowie der Immunologie dokumentieren eindrücklich, dass psychische und körperliche Prozesse miteinander interagieren und sich gegenseitig beeinflussen.

„Was steckt hinter sichtbaren Hautproblemen?“, fragte der redegewandte Experte zu Anfang seines Vortrags, der wissenschaftlich fundiert und anschaulich zugleich einer heterogenen Zuhörerschaft zugute kommen sollte. Eine kosmetische Behandlung von belastenden Hautproblemen fordert immer auch die ganzheitliche Zuwendung zur Kundin/zum Kunden: „Hautprobleme haben meist entweder psychosomatische Ursachen („Seele macht die Haut krank“) oder sind somatopsychisch begründet („Haut macht die Seele krank“). In beiden Fällen hilft eine rein kosmetische Behandlung, die im wahrsten Wortsinn auf der (Haut-)Oberfläche bleibt, wenig.

„Die Art und Weise, wie wir kommunizieren, kann Heilungsprozesse enorm beeinflussen“, weiß Schedlowski, der in Placebo- du Nocebo-Studien die positiven und negativen Effekte von Worten gemessen hat (im Gegensatz oder in Begleitung zu medikamentösen Wirkstoffen): „Die Macht der Worte kann man physiologisch und sogar neurologisch nachweisen“, so der Medizinpsychologe. Fremd- oder Selbst-(Auto-)suggestion ist demnach keine eingebildete Heilung, sondern ganz real.

Wer positiv kommuniziert und das Vertrauen seiner Kunden gewinnen kann, beschleunigt den Heilungsprozess: „Wir brauchen Vertrauen, damit etwas wirkt“, so das Fazit des Essener Wissenschaftlers. Klingt schlicht und einleuchtend, fordert im (Arbeits-)Alltag aber oft noch unterschätzte Fähigkeiten: Empathie, Wertschätzung – und Zeit! Vielen Dank, Professor Schedlowski, für Ihre Zeit auf der BEAUTY Düsseldorf.