24.11.2007

Dermatologie-Forschung: Ursachen von Rosazea entdeckt

Logo: Rosazea Journal/Deutsche Rosazea-Hilfe e.V.
Die Rosazea ist eine weit verbreitete Hauterkrankung, für die Rötungen und Entzündungsreaktionen im Gesicht typisch sind. Sie ähnelt äußerlich der Akne, jedoch sind nicht primär die Haarfollikel betroffen, sondern die feinen Äderchen, das Bindegewebe und die Talgdrüsen. Auch spielt keine spezielle Bakterienart wie bei der Akne eine Rolle. Symptome der Rosazea sind Rötungen, Vermehrung von sichtbaren Blutgefäßen, Unebenheiten und Papeln. Insbesondere hellhäutige Nordeuropäer und -amerikaner im Alter zwischen 30 und 60 erkranken an der auch als „Fluch der Kelten“ bezeichneten Dermatose. Man nimmt an, dass dort zwischen 5 und 10 Prozent der Bevölkerung von der Erkrankung betroffen sind. Neben dem Gesicht können auch Bereiche wie Hals, Brust, Rücken oder Kopfhaut in Mitleidenschaft gezogen sein. Die Erkrankung ist chronisch und verläuft in Schüben. Ärzte können ihren Patienten zwar sagen, welche Faktoren die Erkrankung verschlimmern: Scharfe Gewürze, Hitze, Alkohol oder auch emotionaler Stress können die Gesichtsrötung fördern. Doch bei den Ursachen mussten sie bislang passen. Ähnliches gilt bisher auch für die Behandlung: Gängige Therapien sind oftmals nicht zufriedenstellend wirksam.

Nun gibt es jedoch neue Erkenntnisse in Bezug auf die Ursachenforschung von Roazea: Die Entzündungsreaktion in der Gesichtshaut von Rosazea-Patienten wird neuen Forschungsergebnissen zufolge durch zwei Enzyme stark angeregt. Bislang tappte die medizinische Wissenschaft hinsichtlich der Ursachen der Rosazea noch ziemlich im Dunkeln. Sicher erscheint, dass die entzündliche Gesichtserkrankung Folge einer überzogenen Immunantwort ist. Forscher der Medizinischen Hochschule der Universität von Kalifornien in San Diego sind jetzt in der Ursachenforschung einen Schritt weiter gekommen und einer Kombination von zwei Faktoren auf der Spur: „Es ist, als ob man eine Menge Benzin hat … und ein Streichholz“, sagt Professor Richard L. Gallo, Leiter der Studie. Eine Überproduktion von zwei entzündungsfördernden Proteinen, die miteinander interagieren, führt zur übermäßigen Produktion eines dritten Proteins, das seinerseits Rosazea-Symptome auslöst.

Die Forscher entdeckten zunächst, dass so genannte antimikrobielle Peptide, die Teil des Immunsystems sind und eigentlich vor Infektionen schützen, Rosazea-Symptome auslösen können. Diese kurzen Proteine sind bei Rosazea-Patienten leicht verändert und stark vermehrt. Außerdem fanden die Wissenschaftler erhöhte Level weiterer Enzyme, der „Stratum corneum tryptischen Enzyme“ (SCTE). Diese bringen den Vorläufer des antimikrobiellen Peptids Cathelizidin in die veränderte Form. Zu viel SCTE und zu viel Cathelizidin führen zu den veränderten antimikrobiellen Peptiden. Die Entdeckungen erklären auch, warum Rosazea zum Teil auf Antibiotika anspreche: Einige Antibiotika hemmten die Bildung dieser Enzyme, erläutert Gallo. (Quelle: hautstadt/Nature Medicine 2007)