21.08.2006

Dermatologen warnen vor übertriebener Körperpflege

Foto-Quelle: HomeSolute.de
Die meisten Deutschen waschen sich so oft und ausgiebig, dass Hautärzte bereits Bedenken anmelden. Nach einer aktuellen GfK-Umfrage hat besonders die Beliebtheit der täglichen Dusche zugenommen: 65,6 Prozent der Frauen und Männer brausen sich heute mindestens einmal pro Tag ab, vor fünf Jahren waren es noch 57,8 Prozent. Insgesamt duschen, baden oder waschen sich 83,8 Prozent der Bevölkerung jeden Tag. Allzu häufige Reinigung kann für die Haut aber zum Problem werden.

"Wir waschen uns heute einfach zu häufig", sagt Professor Hagen Tronnier vom Institut für Experimentelle Dermatologie der Universität Witten-Herdecke. "Selbst ohne Zusatz von waschaktiven Substanzen trocknet Wasser die Haut aus." Was paradox klingt, erklärt der Experte folgendermaßen: "Häufiges Baden oder Duschen zerstört den Säureschutzmantel auf der Hautoberfläche und schädigt die Kittsubstanz zwischen den Hornzellen." Sogar ungeeignete Feuchtigkeitscremes trocknen die Haut aus, wenn sie zu häufig aufgetragen werden. Ist diese Barrierefunktion erst einmal gestört, verliert die Haut Feuchtigkeit und lässt Schadstoffe ungehindert durch. Während normale Haut den Wasserverlust bis zum nächsten Tag wieder ausgleicht, haben sich Menschen mit trockener, empfindlicher Haut - insbesondere so genannte Atopiker - schon nach einigen Tagen ein Ekzem angewaschen. Fachleute empfehlen deshalb, der Haut zuliebe öfter auf die Komplettreinigung des Körpers zu verzichten und medizinische Hautpflegeprodukte zu verwenden. (Quelle: Hautstadt.de)