04.08.2011

DGPRÄC: Wenn sich Wunden nicht mehr schließen

Der diabetische Fuß

Fotoquelle: der-fuß.info
In Deutschland leiden schätzungsweise sechs Millionen Menschen an Diabetes. Bei rund 14 Prozent der Diabetes-Patienten tritt der "diabetische Fuß" auf. Grund ist ein zu hoher Blutzuckerspiegel, der die Blutgefäße und Nerven so sehr schädigt, dass selbst kleinste Wunden nicht mehr von selbst abheilen. Schon harmlose Druckstellen am Fuß können so zu langwierigen Problemen führen.

Unbehandelt kann ein "diabetischer Fuß" eine Amputation erforderlich machen. Um dies zu verhindern, sollten offene Wunden und Geschwüre nicht nur mit Cremes und Verbänden versorgt, sondern professionell plastisch-chirurgisch geschlossen werden. Dazu müssen die Wunden zunächst "gereinigt" werden - das abgestorbene und infizierte Gewebe wird also mit dem Skalpell abgetragen. Eine dauerhafte Schließung der Wunde wird am Ende durch einen so genannten "Lappen" erzielt: Gewebe und Haut, wird an anderer Körperstelle entnommen und transplantiert. Auch die Verpflanzung von Eigenhaut stellt eine Möglichkeit der Defektdeckung dar.

Die Versorgung des diabetischen Fußes erfordert ein Teamwork besonderer Art. Nur interdisziplinär in Kooperation mit Diabetologen, erfahrenen Radiologen und Gefäßchirurgen sowie spezialisierten Sanitätshäusern und medizinischen Fußpflegern (Podologen) macht die Behandlung Sinn. In so genannten Gefäßzentren und Fußambulanzen ist diese Zusammenarbeit gewährleistet. (Quelle: Deutsche Gesellschaft der Plastischen, Rekonstruktiven und Ästhetischen Chirurgen, www.dgpraec.de)