28.04.2011

Wie Düfte unsere Verkaufsentscheidung beeinflussen

Der Duft des Marketings

Foto: Piper Verlag / ISBN-10: 349205224X
Gerüche haben im Positiven wie im Negativen einen starken Einfluss auf unser Wohlbefinden. Riecht etwas für unser Empfinden „streng“, rümpfen wir automatisch die Nase und halten die Luft an. Sind wir von einem Wohlgeruch betört, klären sich unsere Gesichtszüge und wir atmen tief durch. Der Duft gelangt durch die Nase direkt in unser Gehirn und sorgt dafür, dass wir uns entweder wohl oder unwohl fühlen. Das geschieht unbewusst und beeinflusst auch unsere Handlungen. Der Geruch spielt eine viel stärkere Rolle in unserem alltäglichen Befinden als die meisten denken – vor allem beim Schmecken: Wer sich beim Essen die Nase zuhält, unterscheidet mit seiner Zunge nur fünf unterschiedliche Geschmacksrichtungen: süß, sauer, salzig, bitter und scharf. Tritt der Geruchssinn hinzu, schmeckt man auch Feinheiten und Nuancen erkannt.

Marketing durch die Nase: Kluge Verkaufsstrategen nutzen die Macht des Duftes auch zu Marketingzwecken. Je wohlriechender der Verkaufsraum und/oder das Produkt, desto freigebiger der Kunde, so die These der Duftexperten über das Phänomen Duftmarketing. Düfte können aber auch gezielt assoziiert werden: Befinde ich mich zum Beispiel in einer mir angenehmen Geruchsatmosphäre, empfinde ich auch neutrale Produkte, die objektiv geruchsfrei sind, als wohlriechend. Solch ein assoziierter Duft kann zum Beispiel in einer „Duftlounge“ produziert werden.

Solch eine Duftlounge konnten wir auf der BEAUTY INTERNATIONAL 2011 durch Georg Ortner, den Erfinder des Duftkanals, kennen lernen. Der Kölner Duftexperte installierte in den Messehallen seine Erfindung, die transportable „Duftlounge“: Während auf Großleinwänden Bilder von schönen Landschaften oder appetitlichen Früchten gezeigt wurden, stiegen „duft-synchron“ aus Düsen im Boden die passenden Düfte den Besuchern in ihre Nasen. „Simulieren lassen sich alle möglichen Düfte“, schwärmt Ortner, „von Lavendel an der Côte d’Azur, Provenzalische Kräuter wie in der Provence, frisches Heu aus den Alpen oder orientalische Wohlgerüche – alles, was wohlriecht, ist möglich im „Kino der Düfte’“. „Mit Düften kann sich der Produzent im Unterbewusstsein seiner Zielgruppe zusätzlich verankern und eine noch stärkere Kundenbindung erzielen“, resümiert Ortner.

Ortner hält regelmäßige Referate über sein Spezialthema „Duftmarketing“. Wer sich vorab literarisch mit dem Thema beschäftigen möchte, dem sei das Fachbuch „Das Maiglöckchen-Phänomen“ von dem ebenfalls bekannten Geruchsforscher Professor Hanns Hatt empfohlen. ( Literaturangaben: Hatt/Dee: „Das Maiglöckchen-Phänomen“, Piper Verlag 2011, ISBN-10: 349205224X /ISBN-13: 978-3492052245, Euro 19,90)