12.12.2006

Dentalforschung: Nanotechnik statt Zahnbürste?

Laser als „Kariessucher“/Foto: NetDoktor
In den Forschungslabors der Zahnmedizin hat sich in letzter Zeit viel getan. Inzwischen gibt es einige neue Methoden, die Zahngesundheit zu erhalten oder wiederherzustellen – z. B. durch Laser und Nanotechnologie.

Laser findet Zahnfäule: Trotz regelmäßiger Zahn- und Mundhygiene kann sich Karies unter gesund erscheinendem Zahnschmelz einnisten. Abhilfe schaffe eine Laser-Technik, die Beschädigungen unter der Zahnoberfläche diagnostiziere, berichtet das Deutsche Grüne Kreuz. Eine versteckte Karies sei mit dem bloßen Auge nicht zu sehen, denn die Zahnfäule könne sich auch unter einer gesund erscheinenden Zahnschmelzoberfläche im Zahnbein bilden. Selbst Sonden und Röntgenaufnahmen helfen bei der Diagnose nicht immer weiter. Mit einer neuen Laser-Technik sei es jetzt möglich, auch tückische, versteckte Karies schnell, sicher und ohne Beschädigungen der Zahnoberfläche zu erkennen. Der Speziallaser nutze das unterschiedliche Leuchtverhalten (Fluoreszenz) von kranker und gesunder Zahnsubstanz. Voraussetzung für eine erfolgreiche Behandlung seien allerdings regelmäßige, halbjährliche Kontrolluntersuchungen durch den Zahnarzt.

Nanopartikel ersetzen die Zahnbürste: Forscher der Fakultät für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde der Universität Witten/Herdecke haben einen Zahnlack entwickelt, der das Zähneputzen überflüssig machen und vor Karies schützen soll. Der Lack basiert auf der so genannten Nanotechnologie, bei der die einzelnen Komponenten in mikroskopisch kleinen Partikeln in einer Grundmatrix gelöst werden. Die Nanopartikel des neuartigen Lacks enthalten vor allem Fluoride, die eine Entstehung von Karies verhindern. Der Lack wird etwa alle sechs Monate auf die Zähne aufgebracht. Die Nanopartikel im Lack zerplatzen beim Kauen und setzen die Fluoride frei. Die Beschaffenheit der Lackoberfläche solle außerdem die Bildung von schädlichem Zahnbelag verhindern.

Kügelchen gegen Schmerzen: Winzige Kügelchen aus Hydroxylapatit könnten Schluss mit schmerzempfindlichen Zähnen machen: Die Nanoteilchen sollen die winzigen Löcher im Zahnbein, dem so genannten Dentin, verschließen und damit die Zähne unempfindlicher gegen Kälte, Hitze und verschiedene Chemikalien machen. Erste Versuche mit den Partikeln haben bereits gezeigt, dass die Kügelchen problemlos in die Höhlungen eindringen und die Löcher auffüllen können. Über ihre Idee berichteten Jonathan Earl und seine Kollegen von der Universität von Leeds auf einer Konferenz von Nanowissenschaftlern im britischen Leeds. (Quelle: NetDoktor)