06.11.2011

Deutsche Diabetes Gesellschaft zertifiziert Fußbehandlungseinrichtungen

DDG-Zertifikat: Hilfe für den diabetischen Fuß

Logo: DDG
In Deutschland haben etwa 250 000 Menschen mit Diabetes eine diabetische Fußverletzung. Wunden am „diabetischen Fuß“ heilen verzögert oder gar nicht ab. Auf diese Komplikation des Diabetes mellitus gehen jährlich mehr als 42 000 Amputationen von Füßen und Unterschenkeln zurück. Damit Betroffene früh, umfassend und wohnortnah versorgt werden, zertifiziert die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) spezialisierte Fußbehandlungseinrichtungen in Deutschland.

Vor allem bei Diabetikern, deren Blutzuckerspiegel über viele Jahre schlecht eingestellt ist, besteht die Gefahr, dass sie ein „Diabetisches Fußsyndrom“ entwickeln. Ursache für die schlecht heilenden Wunden an Füßen und Beinen sind Schäden an den dort verlaufenden Nerven. Hinzu kommt häufig eine schwere Durchblutungsstörung. Beides führt dazu, dass die Betroffenen für Schmerzreize an den Füßen nicht mehr empfindlich sind. Ziehen sie sich eine Wunde zu, etwa durch einen Stoß, einen Schnitt oder eine Blase, nehmen sie diese nicht als schmerzhaft wahr. Dadurch verschlimmert sich eine leichte Druckstelle mitunter zu einer tiefen offenen Wunde.

Die von der DDG zertifizierten Einrichtungen widmen sich der Behandlung des diabetischen Fußsyndroms fachübergreifend: Diabetologen, ggf. Angiologen, Chirurgen, Orthopäden, Dermatologen, Radiologen, Gefäßchirurgen, Orthopädieschuhmacher, Podologen und Diabetesberater arbeiten im Team zusammen. Hierzu gehören neben der professionellen Wundbehandlung und detaillierten Gefäßdiagnostik zum Beispiel auch die Versorgung mit geeigneten Schuhen und/oder diabetesadaptierten Einlagen oder Beratungen darüber, wie sich Verletzungen durch Haut- und Fußpflege verhindern lassen.

Allein in diesem Jahr haben sich bereits über 130 Kliniken und Praxen für das Zertifikat „Fußbehandlungseinrichtung DDG“ qualifiziert. Im März 2011 waren insgesamt 296 Fußbehandlungseinrichtungen zertifiziert, davon waren 209 ambulante und 87 stationäre Fußbehandlungseinrichtungen. Die Einrichtungen konnten nachweisen, dass ihre Strukturen und die Patientenversorgung den Qualitätsmaßstäben der DDG entsprechen. Zu den strukturellen Mindestkriterien gehören zum Beispiel die Beschäftigung eines Diabetologen, eines Diabetesberaters oder Diabetesassistenten, sowie eines Wundassistenten, Wundexperten oder Podologen. Weitere Kriterien: ein Behandlungsraum ausschließlich für die Wundbehandlung sowie ein Doppler-Ultraschallgerät für die Gefäßdiagnostik.