28.10.2007

Brokkoli-Extrakt als Hautschutz entdeckt

Foto: pixelio
Brokkoli enthält eine Substanz, die die Haut vor schädlicher UV-Strahlung schützt: Der bereits 1992 entdeckte Wirkstoff Sulforaphan verringert die durch die Strahlung verursachte typische Hautrötung um durchschnittlich 38 Prozent, haben amerikanische Forscher gezeigt. Die Substanz wirkt dabei nicht direkt auf die Strahlung ein, sondern regt die Herstellung bestimmter Eiweißstoffe in den Hautzellen an. Diese sogenannten Antioxidantien bekämpfen die durch die Strahlung entstehenden freien Radikale, welche unter anderem das Erbgut schädigen und dadurch Krebs verursachen können. Die schützende Wirkung durch die produzierten Eiweißstoffe hält dabei über mehrere Tage hinweg an, berichten die Forscher um Paul Talalay von der Johns-Hopkins-Universität in Baltimore. Die Mediziner trugen für ihre Experimente einen aus drei Tage alten Brokkoli-Sprösslingen gewonnenen Extrakt punktuell auf die Haut von Mäusen und freiwilligen Versuchspersonen auf. Zum Vergleich wurden weitere Hautflächen mit einer Lösung aus reinem Sulforaphan oder mit einer Flüssigkeit ohne Wirkstoffe behandelt. Anschließend setzten die Forscher diese Hautflächen unterschiedlich hohen Dosen von UV-Strahlung aus.

Die Intensität einer Entzündung lässt sich bei Gewebeuntersuchungen anhand der Menge einer bestimmten Substanz, der sogenannten Myeloperoxidase (MPO), messen. Bei Mäusen, die mit höheren Strahlendosen behandelt wurden, konnten die Wissenschaftler auch eine höhere Menge an MPO feststellen. Die Hautflächen, die zuvor mit dem Brokkoli-Extrakt oder mit reinem Sulforaphan behandelt wurden, wiesen jedoch deutlich geringere MPO-Werte auf. Stattdessen fand sich dort ein erhöhter Gehalt an Antioxidantien. Dieser Effekt war für den Brokkoli-Extrakt und das reine Sulforaphan gleich stark. Daraus schließen die Forscher, dass der schützende Effekt von Brokkoli für die Hautzellen auf das Sulforaphan zurückzuführen ist.

Bei den freiwilligen Versuchspersonen analysierten die Wissenschaftler auch den Grad der Hautrötung, nachdem sie der Strahlung ausgesetzt waren. Auch hier zeigte sich, dass die mit dem Brokkoli-Extrakt behandelten Hautstellen eine deutlich schwächere Rötung aufwiesen. In einem weiteren Experiment konnten die Forscher zudem zeigen, dass die Schutzwirkung der durch das Sulforaphan vermehrt produzierten Antioxidantien über einen Zeitraum von mehreren Tagen anhielt. Nach zwei Tagen betrug der Schutz für die Zellen immerhin noch 32 Prozent der ursprünglichen Wirkung. Im Unterschied dazu wirken die meisten sonstigen natürlichen UV-Schutzmittel wie beispielsweise Melanin oder Carotinoide nur kurzfristig. (Quelle: NetDoktor)