19.02.2005

Bodyguard der Haut: Wissenschaftler entdecken hauteigene Abwehrstoffe

Fotoquelle: www.berlin-ne.ws.de
Unsere Haut produziert ein eigenes Antibiotikum, das dem häufig vorkommenden Darmbakterium Escherichia coli den Garaus macht. Dieses Schutzprotein gibt Darmbakterien auf der Haut keine Chance und wir sind so vor Infektionen geschützt. Wissenschaftler der Universitäts-Hautklinik in Kiel haben jüngst diese Entdeckung gemacht. Sie hatten sich gefragt, warum E. coli, obwohl es uns überall immer wieder begegnet, fast nicht in der Lage ist, sich auf der Haut festzusetzen.

Die Antwort ist ein hauteigenes Protein: Das Eiweiß mit Namen Psoriasin wird von den Hautzellen bei Kontakt mit dem Darmbakterium gebildet. Die Hautzellen reagieren auf Stoffe, die von den Bakterien abgesondert werden, und beginnen mit der Proteinproduktion. Der Abwehrtrick: Das Psoriasin entzieht den Bakterien das Spurenelement Zink und macht hiermit ein Enzym funktionsunfähig. Ein für das Bakterium lebenswichtiges Schutzsystem gegen Umwelteinflüsse wird so außer Kraft gesetzt. Die Bakterienzellen sind nun nicht mehr in der Lage, sich vor den aggressiven freien Sauerstoffradikalen zu schützen, die Zellbestandteile angreifen und deren Funktion behindern. Die E. coli-Zelle stirbt schließlich ab. Psoriasin findet sich besonders an Händen und Füßen sowie an stärker behaarten Hautbereichen wie Kopfhaut und Achselhöhle.

In diesem Zusammenhang muss auch übertriebene Hygiene in der Hautpflege neu diskutiert werden. Prof. Dr. Jens-M. Schröder, Leiter der Klinischen Forschergruppe: "Wir sollten über die Stoffe nachdenken, mit denen wir uns waschen. Alles, was die Haut entfettet, greift auch in diese Schutzmechanismen ein." Als nächstes gelte es nun herauszufinden, welches Signal der Bakterien die Hautzellen zur Psoriasin-Produktion veranlasst. Das könnte hilfreich sein für die Entwicklung neuer Therapien gegen Infektionen.
Quelle:www.hautstadt.de