09/10/2006

Akupunktur auf Krankenkasse

Foto: Medizinnews.de
Akupunktur kann bei chronischen Schmerzen erstmalig als Regelleistung der gesetzlichen Krankenkassen erbracht werden. Dies gilt für Rücken- und Knieschmerzen, nicht aber bei chronischen Kopfschmerzen. Die Akupunktur erweitert den Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen um eine wirksame und schonende Behandlungsmethode für Patienten mit chronischen Schmerzen der Lendenwirbelsäule und des Kniegelenks. Die Modellvorhaben der gesetzlichen Krankenkassen haben nämlich gezeigt, dass die Akupunktur bei diesen beiden Indikationen deutlich besser wirkt als die übliche Standardbehandlung mit Medikamenten oder Krankengymnastik.

Ärztinnen und Ärzte, die die Akupunktur erbringen und abrechnen wollen, müssen neben einer Zusatz-Weiterbildung in Akupunktur auch Kenntnisse in der psychosomatischen Grundversorgung und in der Schmerztherapie nachweisen. Hierdurch soll gewährleistet werden, dass die Akupunktur nicht als isolierte Behandlungsmaßnahme angewandt wird, sondern nur im Rahmen eines schmerztherapeutischen Gesamtkonzepts eingesetzt wird. Bislang bezahlten die gesetzlichen Krankenkassen eine Akupunkturbehandlung nur im Rahmen von Modellvorhaben bei chronischen Rücken, Knie- oder Kopfschmerzen (Migräne oder Spannungskopfschmerz). Der Gemeinsame Bundsausschuss hat die Ergebnisse dieser Modellvorhaben bewertet und auf dieser Grundlage entschieden, die Akupunkturbehandlung bei chronischen Rücken- und Knieschmerzen als Regelleistung anzuerkennen.

Hinsichtlich der nicht erfolgten Anerkennung der Akupunktur bei chronischen Kopfschmerzen hat das Bundesministerium für Gesundheit den Gemeinsamen Bundesausschuss beauftragt, näher zu prüfen, inwiefern eine Akupunkturbehandlung als so genannte Second-Line-Behandlung der Migräne und des chronischen Spannungskopfschmerzes bei Versagen oder Gegenanzeigen gegenüber der medikamentösen Standardbehandlung möglich ist. (Quelle: Medizinnews.de)