10.12.2011

ZFD: Aktuelle Gerichtsurteile stärken Podologen und sorgen für Transparenz

10 Jahre Podologengesetz

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Vor zehn Jahren, am 1. Januar 2002, trat das Podologengesetz in Kraft. Das Gesetz, das die Ausbildung zum Podologen/zur Podologin regelt und einen Titelschutz für die Berufsbezeichnungen „Podologe/-in“ bzw. „Med. Fußpfleger/-in“ darstellt, gilt als bedeutender Meilenstein in der Geschichte der Podologie. Dennoch gibt es noch immer Informations- und Erklärungsbedarf zum Thema Podologie, nicht nur in der allgemeinen Öffentlichkeit, sondern auch bei Ärzten und anderen medizinischen Berufsgruppen.

Dies betrifft das allgemeine Berufsbild und den Tätigkeitsbereich der Podologen, die Abgrenzung von Podologie und kosmetischer Fußpflege und generell das Thema ärztliche Verordnung von podologischen Behandlungen. Gerade im abgelaufenen Jahr 2011 gab es jedoch einige herausragende Gerichtsurteile, die nach Auffassung des Zentralverbandes der Podologen und Fußpfleger Deutschlands e.V. (ZFD) die Weiterentwicklung des Berufsstandes entscheidend prägen werden.

Der Beruf Podologe/-in ist ein Medizinal-Fachberuf. In Abgrenzung zur rein kosmetischen Fußpflege lautet eine gängige Definition von Podologie „nichtärztliche Heilkunde am Fuß“. Nur wer eine zweijährige Ausbildung mit Abschlussprüfung an einer staatlich anerkannten Fachschule absolviert hat, darf den Titel „Podologe-/in“ bzw. „Med. Fußpfleger/-in“ führen. Durch diese geschützten Berufsbezeichnungen können Patienten unter vielen mitunter verwirrenden Titeln, die zum Teil noch aus der Zeit vor Einführung des Podologengesetzes stammen, schnell und einfach den qualifizierten Ansprechpartner finden. Nur Podologen dürfen medizinische Fußpflege anbieten.

Doch abgesehen von dem Titel, der durch das Podologengesetz geschützt ist, beschäftigte die generelle Frage, wer medizinische Fußpflege anbieten und mit dieser Tätigkeit werben darf, in den letzten Jahren immer wieder Behörden und Gerichte. Die jüngsten Urteile stellen klar: Medizinische Fußpflege darf
ausschließlich von Podologen angeboten und ausgeführt werden. Das Oberlandesgericht Hamm und das Oberverwaltungsgericht Nordrhein-Westfalen haben Nicht-Podologen auch die Werbung mit dem Begriff „medizinische Fußpflege“ untersagt.

Das Prädikat „medizinische Fußpflege“ darf nur von staatlich anerkannten Podologieschulen verliehen werden. Und nichtstaatliche Institute oder Schulen, die keine mindestens zweijährige Podologieausbildung gem. Podologengesetz anbieten, dürfen in ihren Zertifikaten oder Zeugnissen nicht den Begriff „Med. Fußpflege“ verwenden. Des Weiteren dürfen Podologen heilkundliche Tätigkeiten ausführen, wenn ein Patient eine ärztliche Verordnung vorlegt. Auch hier gibt es neue Entwicklungen. Denn nach einem richtungweisenden Urteil des Bundesverwaltungsgerichts vom 26.08.2009, das sich auf die Berufsgruppe der Physiotherapeuten bezog, besteht die Möglichkeit, eine „sektorale“ - also eine auf einen bestimmten medizinischen Tätigkeitsbereich beschränkte - Heilpraktikererlaubnis zu erteilen. Der ZFD hat sich in der Vergangenheit intensiv dieses Themas angenommen. Mittlerweile scheint geklärt, dass diese Regelung auf das Berufsbild des Podologen übertragbar ist. (Quelle: Zentralverband der Podologen und Fußpfleger Deutschlands e.V. (ZFD))