01.05.2006

Ästhetische Behandlung von Zornesfalten: Neue Zulassung für Botulinumtoxin A

Botulinumtoxin, Handelsname: Botox®
Bisher war der verschreibungspflichtige Wirkstoff Botulinumtoxin Typ A in Deutschland nur zur Behandlung von bestimmten Bewegungsstörungen, Schielen oder Lidkrämpfen zugelassen und wurde bei muskulären Verspannungen, Krämpfen und spastischen Muskelerkrankungen sowie in der Schmerztherapie eingesetzt. Zugelassen war er auch bereits zur Behandlung übermäßigen Schwitzens, der so genannten Hyperhidrose.

Nun hat das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) dem Wirkstoff erstmals auch die Zulassung für die Behandlung der mittel bis stark ausgeprägten Zornesfalten bei erwachsenen Männern und Frauen unter 65 Jahren erteilt. Voraussetzung für eine Behandlung ist, dass die Falten eine erhebliche psychologische Belastung für den Patienten darstellen. Zornesfalten sind die vertikalen Falten zwischen den Augenbrauen, im Fachjargon: Glabellafalten. Damit ist in Deutschland erstmals auch der Einsatz des Wirkstoffs zur kosmetischen Behandlung mimisch bedingter Falten erlaubt. Im April 2002 hatte die amerikanische Gesundheitsbehörde FDA Botulinumtoxin für kosmetische Anwendungen zugelassen, 2003 auch Kanada und die Schweiz.

Doch die Substanz Botulinumtoxin ist mit großer Vorsicht zu genießen. Das Nervengift (Toxin = Gift) des Bakteriums Clostridium botulinum ist das stärkste bekannte Gift überhaupt. Es verursacht die gefürchteten Nahrungsmittelvergiftungen. Extrem stark verdünnt kann es allerdings auch sehr wirkungsvoll in der Medizin eingesetzt werden. Botulinumtoxin wirkt über die Hemmung des Botenstoffs Acetylcholin, der Signale von Nerven- zu Muskelzellen vermittelt. Die Folge: Der betroffene Muskel wird gelähmt. Für die kosmetische Behandlung bedeutet das, die Stirn kann nicht mehr in Falten gelegt werden. Allerdings ist die Wirkung zeitlich begrenzt: Der glättende Effekt hält nur für drei bis sechs Monate an und müsste dann ggf. wiederholt werden. Nebenwirkungen sind sehr selten, doch bei fehlerhafter Injektion kann es beispielsweise zu einem hängenden Oberlid kommen. Und damit muss man dann auch einige Monate leben. (Quelle: Hautstadt)