05.08.2005

"Männer oben ohne": neues Forschungsprojekt zur Glatzenbildung

Grafik: WDR-Fernsehen/Quarks&Co
Mehr als jeder zweite deutsche Mann muss im Laufe seines Lebens mit Haarausfall rechnen (siehe Grafik). Am härtesten trifft Haarausfall übrigens deutsche Männer: Im Vergleich mit den europäischen Nachbarn leiden die Deutschen deutlich stärker, wenn ihnen die Haare ausgehen. Laut einer repräsentativen Gallup-Umfrage im Auftrag der Initiative ProHaar sind sich 62% der befragten europäischen Männer darin einig, dass Haarausfall ihr Selbstwertgefühl verringert. Doch nirgends wiegt die Angst vor dem Haarverlust so schwer wie in Deutschland. Hier sind sogar 76% der Männer der Ansicht, Haarausfall erschüttere das Selbstvertrauen. Während der Verlust des Haupthaars europaweit durchschnittlich nur 21% der Betroffenen depressiv stimmt, sind das in Deutschland 43% (Quelle: ProHaar).

Um der Glatzenbildung auf den Grund zu gehen, suchen nun Wissenschaftler der Universitätskliniken Düsseldorf und Bonn nach den Ursachen des männlichen Haarausfalls. Im Rahmen des von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderten Projektes untersuchten sie die genetischen Grundlagen der männlichen Glatzenbildung. Ergebnis: Mama ist Schuld, genauer: das X-Chromosom. Männer ähneln in puncto Haarausfall nämlich häufiger ihrem Großvater mütterlicherseits. Grund ist eine Veränderung im Bauplan des Androgenrezeptors, der ein frühes Verschwinden der Haarpracht zur Folge hat, und vom X-Chromosom der Mutter vererbt wird. Es existieren aber zusätzlich weitere beteiligte Erbanlagen, die auch vom Vater auf den Sohn weitergegeben werden können.
Um auch diese genetischen Ursachen zu identifizieren und eine breite Basis für die Entwicklung zukünftiger wirksamer Behandlungen zu schaffen, sind die Forscher auf die Mitarbeit vieler weiterer betroffener Männer angewiesen. Alle Beteiligten erhalten ein Aufwandsentgelt (Quelle: Uni-Düsseldorf).

Nähere Informationen: Priv.-Doz. Dr. Roland Kruse (u.a),Universitäts-Hautklinik Düsseldorf, Moorenstrasse 5, 40225 Düsseldorf, Tel.: 0211/8116360, E-Mail: roland.kruse@med.uni-duesseldorf.de