06.08.2005

"Fit für 100" bringt Hochbetagte in Schwung

Seniorensport
Keine Altersgruppe wächst in Deutschland so stark wie die der Menschen über Achtzig. Rund 7.000 Menschen über 100 Jahre lebten zur Jahrtausendwende in Deutschland. Bis 2025 soll ihre Zahl auf 44.000 wachsen. Dennoch gibt es bislang kaum Angebote für Senioren, mit denen sie ihre Beweglichkeit auch im hohen Alter erhalten können.
Das soll sich nun ändern: Forscher der Universität Bonn entwickeln zusammen mit der Deutschen Sporthochschule Köln derzeit Angebote, mit denen Hochbetagte länger fit bleiben sollen. Dabei untersuchen sie auch, welche Möglichkeiten über Achtzigjährige in Nordrhein-Westfalen bereits nutzen können, um länger mobil zu bleiben. Ziel ist ein Leitfaden, der Senioren- und Pflegeheime berät, wie sie entsprechende Angebote aufbauen können. Mitinitiatoren sind die Landesseniorenvertretung sowie der Landessportbund Nordrhein-Westfalen; außerdem wird das Projekt vom Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales unterstützt.

Die Forscher wollen herausfinden, wie sich die Mobilität alter Menschen am besten erhalten oder auch verbessern lässt. Angedacht sind unter anderem Kurse, die das Zusammenspiel von Sensorik und Motorik schulen wie z. B. Ballspiele, bei denen es auf Kraft und Zielgenauigkeit ankommt. Und wenn Pflegebedürftige wieder Treppen steigen oder mit dem Gehwagen laufen könnten, würde das nicht nur für die Betroffenen ein Plus an Lebensqualität bedeuten, sondern auch die Pflegekräfte entlasten und die Kosten reduzieren. Langfristig hoffen die Wissenschaftler deshalb, auch die Pflegekassen für ihr Projekt gewinnen zu können.
(Quelle: Uni-Bonn, weitere Infos:www.ff100.de)