23.11.2005

"Black Henna"-Tattoos können Allergien auslösen

Black Henna Tattoo / Fotoquelle: www.hennapage.com
Die Unbedenklichkeit so genannter Henna-Tattoos hat ihren Grund darin, dass Henna ein Naturprodukt ist und nach einer gewissen Zeit wieder von der Haut verschwindet. Die aus den Blättern der Lawsonia-Pflanze, einem in Nordafrika und Asien beheimateten Blütenstrauch, hergestellten Auszüge sind braun, rot-braun oder orange-braun. Um jedoch andere Farben wie "black henna" oder "blue henna" herzustellen, müssen dem Grundprodukt jedoch Zusatzstoffe beigemengt werden. "Black henna", also schwarzes Henna, enthält beispielsweise einen Farbstoff aus dem Kohleteer namens para-Phenylendiamin (PPD). Dieser Farbstoff ist ein starkes Allergen.

Bei dunklem Henna oder Mehndi-Tattoos ist also Vorsicht geboten, will man nicht als Urlaubssouvenir eine lebenslange Allergie mit nach Hause bringen. Trotz Therapie kann sich die Abheilung der Hautreaktion über 3 - 4 Wochen hinziehen. Doch viel schlimmer ist: Die Berufwahl wird stark eingeschränkt. PPD-Sensibilisierte können weder Drucker, Friseur, Kürschner, Schuhverkäufer oder Chemiewerker werden noch in der Leder-, Gummi- oder Textilbranche arbeiten. Auch eine Lehre als Laborant, Masseur, Tankwart, Verkäufer in einem Ledergeschäft oder Arbeiter in der Zellstoff-, Kunststoff- und Papierindustrie sowie in der Landwirtschaft wird zu einem Risiko. PPD findet sich in Druckerzeugnissen, Fahrradgriffen und -schläuchen, Gummireifen, -schläuchen und -booten, Stiefeln, Handschuhen und anderen schwarz gefärbten Artikeln. Kurz: PPD ist fast überall. PPD wird zum Teil in schwarzen Haarfärbemitteln eingesetzt, darf jedoch nicht für Wimpern oder Augenbrauen verwendet werden, da die Gefahr besteht, dass diese Farben die Augen schädigen und sogar bis zur Erblindung führen. Für die direkte Applikation auf die Haut, etwa in Kosmetika, ist PPD weder hinreichend geprüft noch zugelassen.

Über die künstlichen Farbstoffe hinaus können Henna-Produkte weitere bedenkliche Stoffe enthalten, die Allergien auslösen können. Sogar braunes Henna kann weitere Zusätze enthalten, die die Farbe dunkler und haltbarer auf der Haut machen sollen. Vorsicht gilt insbesondere für solche Tattoos, die in Urlaubsländern wie Indien, Ägypten oder auch den Mittelmeerländern am Strand, auf der Straße oder in unsicheren Hinterhofläden angeboten werden. Die meisten professionellen Salons in Europa und den USA benutzen jedoch reines Henna, dessen roter Farbstoff Lawson nur selten Allergien auslöst. Professionell gearbeitet, sind "echte" Henna-Tattoos ein Augenschmaus und gesundheitlich unbedenklich.
(Quellen: Hautstadt (Artikel 14.11.2005)/ www.hennapage.com)